Doch das Leben in der DDR war für einen selbstständigen Kaufmann nicht einfach. Die HO hatte schnell ein Auge auf das gediegene Kaufhaus geworfen und versuchte mit allen Mitteln, den jungen Rudolf aus dem Geschäft zu drängen. Am 15. April 1953 wurde das Kaufhaus Frieden eröffnet und Rudolf Bartelmann, von der SED auf das Abstellgleis geschoben, suchte sich Arbeit als Rettungsschwimmer. Dann kamen die landesweiten Versorgungsengpässe und der Aufstand vom 17. Juni. Danach gab die Partei klein bei. Rudolf Bartelmann erkannte die Gunst der Stunde. Nach nur drei Monaten war das Kaufhaus Frieden schon sozialistische Geschichte und das Kaufhaus Bartelmann eröffnete am 15. Juli 1953. In den Folgejahren machten Rudolf Bartelmann und seine tatkräftige Ehefrau Ingrid das Beste aus der Situation. Mit 65 zog sich der Senior ins Privatleben zurück, kämpfte nach der Wende um die Rückkehr des Unternehmens in Familienbesitz und eröffnete das Haus 1991 unter der Ägide von Tochter Ingrid Siegmann. |



Vater Max gründete seinen ersten kleinen Laden 1903, erzählt
das Oberhaupt der Bartelmann-Familie, Rudolf. Als das Geschäft
trotz zweifacher Erweiterung zu klein wurde, entstand 1912 das
große Haus Bartelmann, wie es Generationen von Kühlungsbornern
kennen. Während sich andere Geschäfte der Gründerzeit auf ein
bestimmtes Warenangebot spezialisierten, drehte Max Bartelmann den
Spieß kurzerhand um und machte die Vielfältigkeit im Sortiment zu
seiner Spezialität. Sein Werbemotto: „Bevor Du kaufst sieh Dir
erst an in Arendsee Haus Bartelmann“. Und das kam gut an. Nach dem
Krieg, Prozessen und Einsprüchen durfte Vater Max das Kaufhaus an
seinen Sohn Rudolf weitergeben.